Schulschluss und Betreuung - plötzlich war da eine Lücke

Früher Schulschluss durch "Corona-Stundenpläne" und plötzlich gibt es für Kinder aus Horten, Schulkindgruppen und Spätdiensten im Ganztag eine Betreuungslücke.

Die Schulen sollen die Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus verringern, indem sie Kohorten bilden. D.h., dass nicht mehr alle Kinder der Schule miteinander Kontakt haben dürfen. In der Schule werden also kleinere Untergruppen mit bis zu 120 Schüler*innen gebildet. Diese Gruppen müssen voneinander getrennt werden.

Manchmal ist der Schulhof zu klein, wenn die Kinder Abstand halten müssen, oder es gibt nicht genug Platz in der Mensa. Außerdem haben die Schüler*innen durch die coronabedingte Schulschließung Unterricht versäumt. Den Lernstoff sollen die Schulen so weit wie möglich nachholen.

Aus diesen Gründen kann es sein, dass die Schulen für die verschiedenen Klassen die Stundenpläne ändern. Plötzlich haben dann Hortkinder schon um 12:30 Uhr Schulschluss. Der Hort beginnt aber erst um 13:00 Uhr.

Das niedersächsische Kultusministerium sagt dazu:

Grundschulen müssen an 5 Tagen in der Woche jeden Tag 5 Zeitstunden (1 Zeitstunde = 60 Minuten) verlässlich unterrichten oder Betreuung anbieten.

Endet diese Zeit bevor ein sich anschließendes Betreuungsangebot an der Schule beginnt, liegt die Aufsichtspflicht bei der Schule. D.h. endet die Schule für eine Klasse um 12:30 Uhr und die Schulkindgruppe an der Schule öffnet um 13:00 Uhr, muss die Schule die Kinder 30 Minuten nach Schulschluss weiter beaufsichtigen.

Schwierig wird es, wenn die Kinder nach der Schule eine Kita besuchen oder zu einer Tagespflegeperson gehen. Für Angebote, die nicht im Schulgebäude stattfinden oder direkt vom Schulhof aus erreicht werden, gilt die Aufsichtspflicht der Schule nicht. In diesen Fällen werden die Kinder aufgefordert, das Schulgelände zu verlassen.

Nach dem Corona-Leitfaden für Schulen, müssen offene Ganztagsschulen kein Nachmittagsangebot anbieten, wenn sie dies nicht leisten können. In Oldenburg zahlt die Stadt jedoch für das schulische Ganztagsangebot dazu. Daher dürfen die Schulen nicht allein entscheiden, das Angebot zu verkürzen.

Gibt es an offenen Ganztagschulen eine Verkürzung des Angebotes, hat die Schule die Aufsichtspflicht für die Kinder mit einem Platz in der Spätbetreuung bis die Spätbetreuung beginnt.

Kann die Schule im schulischen Teil des Nachmittags Gruppen nicht mit Lehrkräften versorgen, kann sie eigene pädagogische Mitarbeiter*innen zu Mehrarbeit verpflichten oder Gruppen zusammenlegen. Eine Verpflichtung des Kooperationspartners, Lehrkraftstunden am Nachmittag zu vertreten, besteht nicht.

In einigen Fällen können corona-bedingte Stundenplanänderungen auch dazu führen, dass die Schule später endet. Kinder aus Horten und Schulkindgruppen erreichen ihre Gruppen dann regelmäßig verspätet. Wir versuchen, das Mittagessen warm zu halten und die Abläufe anzupassen. Verlängert wird die Öffnungszeit der Gruppen in diesen Fällen nicht. Auch eine Verschiebung der Öffnungszeiten ist in der Regel nicht möglich, da meist nur einige Kinder betroffen sind.

Auf Nachfrage durch den KiB hat die Stadt Oldenburg erklärt, dass auch im Falle von verkürzten Betreuungszeiten über ein Schuljahr hinweg, die Beitragssatzung für Elternbeiträge ihre Gültigkeit behält. D.h., dass es keine minutengenaue Abrechnung der Betreuungszeit geben darf, sondern eine Neufestsetzung der Elternbeiträge nur erfolgen kann, wenn sich die Betreuungszeit durch die veränderten Unterrichtszeiten täglich um 1 Stunde reduziert.

Wir hoffen, dass Schule und Kita bald zur Normalität zurückkehren können.