Corona in Kita und Schule - Verunsicherung durch unterschiedliche Vorschriften

Das Land Niedersachsen hat für die Schulen und die Kitas unterschiedliche Landes-Rahmen-Hygienepläne veröffentlicht. Auch die Leitfäden für die Arbeit in "Corona-Zeiten" unterscheiden sich.

Jede Schule und jede Kita in Niedersachsen hat ein eigenes Hygienekonzept. Als Ergänzung hat das Land Niedersachsen einen Landes-Rahmen-Hygieneplan für die Schulen und einen Landes-Rahmen-Hygieneplan für die Kitas veröffentlicht. Außerdem gibt es einen Corona-Leitfaden für die Schule und einen Corona-Leitfaden für die Kitas.

Diese Dokumente sollen den Verantwortlichen helfen, den Infektionsschutz gegen Corona-Infektionen zu verbessern und gleichzeitig sicherstellen, dass die Schulen und Kitas ihre Aufgaben erfüllen können.

An Ganztags-Grundschulen, an Grundschulen mit Schulkind-Betreuungsgruppen und pädagogischen  Mittagstischen oder Horten treffen Schule und Kita aufeinander. Damit gelten für die Kinder, Lehrkräfte und Mitarbeiter*innen für die Schulzeit die Hygieneregeln für die Schule und im Anschluss die Regeln für die Kitas.

Da sich die Landes-Rahmen-Hygienepläne und die Leitfäden für die Schulen und die Kitas stark unterscheiden, kann es zu Unsicherheiten kommen, weil die Regeln als widersprüchlich empfunden werden.

Daher hat das Kultusministerium nun klargestellt, dass die Unterschiede beabsichtigt sind. Dies wird wie folgt begründet:

Rechtlich ist es faktisch unmöglich den Landes-Rahmen-Hygieneplan für die Schulen in Horten und Schulkindgruppen umzusetzen. Die Personalversorgung und die Pficht das niedersächsische Kindertagesstätten-Gesetz (KiTaG) einzuhalten, machen eine Kohortenbildung unmöglich.

Inhaltlich ist es ebenfalls faktisch unmöglich den Landes-Rahmen-Hygieneplan für die Schulen in Horten und Schulkindgruppen umzusetzen, da diese gesetzlich andere Ziele und Aufgaben haben als die Schule. Mit Masken und Abstandsregeln können sozialpädagogische Ziele nicht erreicht und freizeitpädagogische Angebote nicht durchgeführt werden.

Zur Sicherstellung des Infektionsschutzes ist es faktisch nicht notwendig, den Landes-Rahmen-Hygieneplan für Schulen auch in den außerschulischen Angeboten umzusetzen. Nach Auffassung des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes sind die Horte und Schulkindgruppen mit Sportvereinen oder Freizeitangeboten für Jugendgruppen vergleichbar. Dort gibt es kein erhöhtes Infektionsrisiko. Aufgrund der Größe und Organisation der Horte, pädagogischen Mittagstische und Betreuungsgruppen ist das Infektionsrisiko eher gering und Infektionswege lassen sich ohne Bildung von Kohorten leicht nachvollziehen.

Wir freuen uns über diese Klarstellungen des Kultusministeriums und hoffen, dass sie den Umgang mit den unterschiedlichen Regeln zu verschiedenen Zeiten am gleichen Ort erleichtern.