...und plötzlich müssen wir über Krieg sprechen.

Liebe Eltern,

noch immer beschäftigt uns die Corona-Krise und schon folgt die nächste Krise: Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine beschäftigen und beeinflussen das Weltgeschehen; die Medien berichten ohne Pause. Diese Bilder zu sehen kann belastend sein. Viele von uns beschäftigt dieser Krieg sehr. Es ist kaum möglich, das Thema von Kindern fernzuhalten. Auch in unserer Kita kann es sein, dass besonders die größeren Kinder Fragen zum Thema Krieg haben. Damit müssen wir, allein schon aus Respekt vor den Kindern, umgehen. Wie wir das tun möchten, haben wir im Team besprochen. Ihr habt eine E-Mail dazu erhalten. Nachfolgend ein kleiner Auszug daraus:

Wir sprechen das Thema nicht aktiv an und vermeiden es, darüber in Gegenwart der Kinder zu sprechen.

Tragen Kindern Fragen, Anliegen oder Informationen an uns heran oder zeigen sie uns in ihrem Spiel miteinander, dass sie das Thema beschäftigt, greifen wir dies auf. Anlassbezogen sprechen wir mit den Kindern darüber. Dabei berücksichtigen wir den jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes.

Wir geben so viele kindgerechte Informationen wie nötig und vermeiden möglichst "Erwachsenen-Informationen".

Wir nehmen Kinder in ihren Anliegen ernst und erklären ihnen die Sache. Dabei bewerten wir nicht die einzelnen Konfliktparteien. Krieg als solches veruteilen wir jedoch und gehen damit transparent um.

Mögliche Stigmatisierungen wenden wir ab. Wir sprechen immer von "den einen" und "den anderen".

Wir verhamlosen den Krieg nicht und teilen, in angemessener Weise, unsere Gefühle mit den jeweiligen Kindern. Gleichzeitig nehmen wir ihnen Sorgen - etwa indem wir ihnen sagen, dass die Kämpfe weit weg von uns passieren. Mitgefühl zu haben ist unterstützenswert.

Wir bleiben mit euch, liebe Eltern, im Austausch darüber, wenn eure Kinder Zuhause Fragen stellen und besprechen mit euch gerne einen guten, ehrlichen und gleichzeitig schutzbietenden Umgang.